Warum MENS SANA in CORPORE SANO von Akronym JUVENALA
Vor etwa 1900 Jahren erschien in den Satiren des römischen Dichters JUVENAL ein bekannter Ausdruck. Wörtlich heißt es in Satire 10, 356:
"Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano ..."
"Wir müssen beten, um eine gesunde Seele in einem gesunden Körper zu haben".
Juvenal beschreibt hier die unzureichende Sehnsucht der Menschen nach den Göttern
weil die Mehrheit nicht erkennen kann, was sie braucht, um wirklich glücklich zu werden.
Die häufigsten Wünsche sind daher "Reichtum", aber auch "politische Macht"
"Erfolg als Redner", "Kriegsruhm", "ein langes Leben" und "Schönheit".
All diese Sehnsüchte führen bei Juvenal zu großen Missverständnissen. So hat der Reiche ständig Angst vor Dieben, und die Alten haben Angst vor allen möglichen Krankheiten. Juvenal verwendet als Beispiele Menschen aus der Mythologie, die im Alter leiden, oder Politiker, die in Ungnade fallen.
Abschließend plädiert er dafür, dem Leben seinen Lauf zu lassen, ohne die Götter um etwas zu bitten, denn sie wissen ohnehin, was die Menschen für ihr Glück brauchen.
Und wenn man wirklich zu den Göttern beten will, ist es besser, um etwas von größter Wichtigkeit zu bitten: eine gesunde Seele in einem gesunden Körper.
Heutzutage wird der Satz weitgehend oberflächlich oder absichtlich als "gesunder Geist in einem gesunden Körper" fehlinterpretiert.
Die körperliche Ertüchtigung, die im deutschen Nationalsozialismus aus ideologischen Gründen eine zentrale Rolle spielte, wurde mit einer kurzen Interpretation des Mottos von Juvenal genutzt.
Heute propagieren verschiedene Mental-Gurus wie Tony Buzan immer wieder, dass intensives Bewegungstraining die geistige Leistungsfähigkeit deutlich steigert. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen.
Im Gegenteil, in der gegenwärtigen Auslegung des Ausdrucks bedeutet er, dass es in einem kranken und schwachen Körper keinen gesunden Geist geben kann. Eine solche Analogie führt direkt zur Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. In diesem Zusammenhang lehnen die Vertreter von Menschen mit Behinderungen die verkürzte Auslegung des Ausdrucks "Mens sana in corpore sano" vehement ab. So kann zum Beispiel ein Mensch, der durch eine Krankheit körperlich zerstört ist, ein brillanter Wissenschaftler sein, der unter anderem an Stephen Hawking erinnert.
Studien haben jedoch auch gezeigt, dass Bewegung das Risiko einer alternden Alzheimer-Krankheit um bis zu 50% verringern kann.








